Fremdimpulse

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Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 18:56

Auf der Suche nach Licht

Der Zirkus ist voll besetzt. Die Manege ist noch dunkel.

Ein Scheinwerfer strahlt auf und wirft einen Lichtfleck in den Rund der Manege.

Da kommt aus dem Dunkel ein Clown, weiter Mantel, zu große Schuhe, einen kleinen Koffer in der Hand. Er geht auf den Lichtfleck zu und streckt sich wohlig im Licht. Das Licht aber wandert weiter, und der Clown steht wieder im Dunkeln. Er steht auf und läuft dem Licht nach. Immer und immer wieder geschieht das.
Schließlich versucht der Clown, das Licht in seinem Köfferchen einzufangen. Das gelingt ihm auch, aber nun ist die Manege vollkommen dunkel.
Da öffnet der Clown seinen Koffer und schüttet das Licht in die Manege und es wird taghell im Zirkus. Die Zuschauer klatschen. Die Vorstellung beginnt.

Der Clown, ein Mensch auf der Suche nach Licht, nach Wärme und Geborgenheit. Einer wie du und ich. Wir laufen dem Licht nach, möchten uns im Licht wohlig ausstrecken, aber dann ist es wieder weg. Wenn wir schließlich das Licht des Lebens finden, dürfen wir es nicht für uns behalten. Dann nämlich wird es dunkel sein. Wenn wir es aber ausschütten, weitergeben, wird es hell im ganzen Rund unserer Umgebung.

(nach Axel Kühner)
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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 18:58

Notlüge oder Wahrheit am Sterbebett?

Samuel Keller erzählt in seinen Erinnerungen:

"Als ich einen schwer kranken Mann besuchte, der das Abendmahl von mir erbeten hatte, traf ich den Arzt am Krankenbett und fragte ihn auf lateinisch, wie es um den Mann stehe. Ebenfalls auf Lateinisch antwortete der Arzt, dass der Mann wohl die Nacht nicht überlebe.

Dann tröstet er den Mann mit einer guten Medizin und macht ihm Hoffnung auf Besserung.

Als der Arzt gegangen war, sah mich der Mann mit klaren Augen an und sagte:

"Herr Pastor. Sie werden mich nicht belügen, was sagte der Arzt, wie es um mich steht?"

Als ich es ihm schonend erklärt hatte, bat der Mann seine Frau, die beiden Jungen aus der Fabrik zu holen, damit er vor dem Abendmahl noch einmal mit ihnen reden könne.

Ich unterhielt mich mit dem Mann. Und bald darauf kamen die Mutter und die Söhne in das Krankenzimmer.
Jetzt hat der Sterbende einen Abschied mit seinen Jungen gemacht, der eines Königs würdig gewesen wäre. Was er ihnen über die wichtigen Dinge des Lebens ans Herz legte, wie er über ihre Aufgabe an der Mutter und den kleineren Geschwistern mit ihnen sprach, war ergreifend, und tief bewegt knüpfte ich daran an und wir feierten alle zusammen das Abendmahl.
Ein tiefer Friede zog in die Herzen und das Haus ein, und versöhnt konnte der Mann noch in der Nacht heimgehen."

Das wäre bei einer Notlüge nicht geschehen, wenn er dem Beispiel des Arztes gefolgt wäre. Haben nicht gerade Sterbende ein besonderes Recht auf Wahrheit und Liebe?
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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 18:59

Gott wischt alle Tränen ab

"Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen"

Über dieses Wort von der großen Schar aus allen Völkern, Rassen und Sprachen in der ewigen Welt predigte Pastor Fritz von Bodelschwingh 1942 am Ewigkeitssonntag in der Anstaltsgemeinde von Bethel.

Johannes wird zuletzt eine selige Gewissheit geschenkt.
Die unzählbar große Schar wird von Gott nicht wie eine Masse behandelt, so dass der Einzelne in der Masse untergeht, sondern er macht es wie es unser Herr Jesus selbst tat: " ... er nahm ihm von dem Volk besonders",
( Er heilte alle Kranken, die zu ihm kamen, nahm sich sogar der Kinder und "Ausgesperrten" Aussätzigen, Zöllner, Ehebrecherinnen, Besessenen an).

Johannes hat es nicht selber, mit seinen eigenen Augen gesehen.
Aber der Älteste, der Bescheid weiß, hat ihm gesagt, dass nun die große Arbeit Gottes anfängt, die Arbeit, in der er sich jedes Einzelnen seiner Kinder ganz persönlich annimmt, sein Leben in Ordnung bringt, seinem Kummer ein Ende setzt.
Auf jedes einzelne Angesicht legt sich die große, heilige, stille Hand des Vaters.
Jedes einzelne Auge rührt sein heiliger Finger an.
Aus jedem Auge wischt er die letzte Spur der Tränen ab.

Kein Mensch kann sich ausrechnen, welche Summe von Schmerzen Gott aus den Herzen seiner Kinder auf sein eigenes Herz lädt.
Kein Mensch kann ausmalen, was für ein Leuchten das sein wird in den Augen, die Gottes eigene Hand blank geputzt hat!

Wir können nur still sein und anbeten vor dem Wunder dieser ewigen Barmherzigkeit, das unsere Tränen endlich für immer fort nimmt.
Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelszungen!

Ich höre die Melodie und den Ton der hellen Freudenlieder, die den Himmel füllen, mit mächtiger Stimme und starkem Schall.
Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben!
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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 19:09

Anstreichen oder erneuern?

Um 1740 suchte eine Gräfin für ihren Sohn einen Erzieher.
Man empfahl ihr den später berühmt gewordenen Dichter Gellert.
Sie machte ihm ein Angebot großzügiger Vergütung. Doch zum Schluss sagte sie:

"Ich bitte sie um eines! Sie genießen wegen Ihrer Gelehrsamkeit den besten Ruf.
Ich verlange nichts weiter, als einen leichten Anstrich von Sprachen, Geographie und Geschichte.
Sie genießen wegen Ihrer Frömmigkeit den besten Ruf. Machen Sie aber aus meinem Jungen keinen ständig betenden Christen.
Es genügt mir vollkommen, wenn mein Sohn die zehn Gebote kennt und sonntags in die Kirche geht.
Verstehen sie mich recht, ich verlange von Allem nur den rechten Anstrich!"

Gellert erwiderte darauf: "Gnädige Frau, wenn das Ihr Ernst ist, rate ich Ihnen, nehmen sie lieber einen Anstreicher!" Dann empfahl er sich und ging davon.


Fragen dazu stellte Walter Gelfius:

Ist etwa unser Glaube an Jesus auch nur ein frommer Anstrich eines ichsüchtigen Lebens oder eine Durchdringung unseres Seins von den Kräften Jesu?

Ist unsere Frömmigkeit nur eine hübsche Dekoration - oder ist es die Grundlage, auf der wir stehen?

Ist Gott nur die Girlande unseres Lebens oder der HERR, auf den alles hinzielt?

Gott will uns nicht von Außen fromm anstreichen, sondern von innen heraus neu machen!

"Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden." (2. Korinther 5,17)

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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 19:14

Armut und Reichtum in den Augen eines Kindes

Eines Tages nahm ein Vater seinen Sohn mit auf einen Ausflug aufs Land um zu zeigen, wie arm Menschen sein können. Sie verbrachten den Tag und eine Nacht auf dem Bauernhof einer sehr armen Familie. Als sie von ihrem Ausflug zurück waren, fragte er Vater seinen Sohn: „Nun, mein Junge, wie war der
Ausflug?“ „Schön, Papa!“

„Und hast du auch mitbekommen, wie arm Menschen sein können?“, fragte der Vater.
„Ja!“ „Und was hast du daraus gelernt?“

Der Sohn antwortete:

Ich habe gesehen, dass wir einen Hund bei uns zu Hause haben und dort haben sie vier.
Wir haben einen Swimmingpool, sie haben einen Bach, der bis zum Horizont reicht.
Wir haben aus dem Ausland importierte Lampen im Garten, sie haben die Sterne.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten, sie sehen den Himmel.“

Als der Junge das gesagt hatte, war der Vater sprachlos.

Und dann fügte sein Sohn noch hinzu:

„Danke, Papa, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“
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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 20:51

Trotz Armut reich

Nie werde ich Ostern 1946 vergessen. Ich war damals vierzehn Jahre alt, meine Schwestern elf und sechzehn. Mein Vater war fünf Jahre zuvor gestorben und hinterließ sieben schulpflichtige Kinder. Auf vieles mussten wir verzichten. Einen Monat vor Ostern rief der Pastor unserer Gemeinde zu einer besonderen Spendenaktion auf für eine bedürftige Familie der Gemeinde. Er forderte alle auf zu sparen und großzügig zu spenden.

Wir wollten da auch mitmachen und überlegten was wir tun konnten um möglichst viel Geld zusammen zu bekommen. Es fiel uns einiges ein und wir setzten uns mit Freude ein. Einen Monat aßen wir fast nur Kartoffeln um damit 20 Dollar Essensgeld zu sparen und dieses dann zu spenden. Wir machten möglichst wenig Licht an, hörten kein Radio um damit Strom zu sparen. Wir jobbten so häufig wie möglich als Putz- und Gartenhilfe, dann arbeiteten wir noch als Babysitter und jeden Cent legten wir zurück. Wir kauften Baumwolle, häkelten Topflappen und verkauften sie. Das ergab noch einmal zwanzig Dollar.

Dieser Monat war der beste unseres Lebens. Jeden Tag zählten wir das Geld und wir unterhielten uns darüber wie sehr sich diese bedürftige Familie über das Geld von der Gemeinde freuen würde. Zu unserer Gemeinde gehörten ungefähr 80 Mitglieder und wir rechneten uns aus, dass dann ungefähr zwanzig Mal zuviel zusammenkommen würde.

Endlich war es soweit. Einen Tag vor Ostern ging ich mit meiner Schwester in den Laden um das viele Kleingeld einzutauschen. Soviel Geld hatten wir noch nie besessen. Es machte uns nichts aus, dass wir für Ostern keine neuen Kleider oder Schuhe hatten, schließlich hatten wir 70 Dollar für die Osterspende. Wir konnten die Zeit bis zu dem Gottesdienst kaum abwarten.

Als die Kollekte eingesammelt wurde saßen wir in der zweiten Reihe und legten voller Freude unser Geld ein. Wir fühlten uns so reich. Auf dem Nachhauseweg waren wir nur am singen. Zum Mittagessen hatte Mama eine Überraschung für uns. Es gab gekochte Ostereier und Bratkartoffeln.

Spät am Nachmittag kam der Pastor mit seinem Auto vorgefahren. Er gab Mutter einen Briefumschlag. Sie öffnete den Umschlag und heraus fielen 87 Dollar, unsere großen Scheine und noch siebzehn einzelne Dollarnoten. Wir starrten das Geld an, keiner sprach von uns. Wir waren uns wie Millionäre
vorgekommen und jetzt fühlten wir uns wie die ärmsten Schlucker. Es hatte uns nichts ausgemacht, dass wir weniger hatten als die anderen, wir hatten ein glückliches Leben geführt. Jetzt wussten wir, dass wir arm waren. Alle anderen wussten das auch und hatten wohl schon über uns geredet.

Lange saßen wir schweigend da. Die nächste Woche war für uns alle sehr bedrückend. Was sollten wir nur mit dem Geld machen? Wir wussten es nicht.
Was machen arme Leute mit Geld?

Am nächsten Sonntag wollten wir erst nicht in die Kirche gehen. Dann gingen wir doch, weil Mutter das so wollte. Ein Missionar war zu Gast. Er sprach darüber, dass Menschen in Afrika eine Kirche aus Lehm bauen, aber kein Geld für ein Dach haben. Er sagte, man bräuchte dazu hundert Dollar. Dann fragte er, ob man dafür nicht etwas zusammen legen könne, um diesen armen Menschen zu helfen.

Wir schauten einander an und zum ersten Mal in dieser Woche lächelten wir.
Mutter holte aus ihrer Handtasche den Umschlag. Sie verteilte das Geld an uns und jeder legte etwas in den Korb.


Als die Kollekte gezählt wurde, gab der Pastor bekannt, dass etwas mehr als 100 Dollar zusammen gekommen waren. Der Missionar freute sich. Eine so hohe Spende hatte er in einer so kleinen Gemeinde nicht erwartet. Er sagte: „Ihr müsst einige reiche Leute in der Gemeinde haben.“ Und plötzlich wurde
uns etwas klar! Von den hundert Dollar stammten 87 von uns. Wir waren die reichste Familie in der Gemeinde! Der Missionar hatte es schließlich selbst gesagt.


Eine wahre Geschichte von Eddie Organ.

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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 20:59

Afrikanischer Alter überführt Hetzer

Ein alter einfacher Mann in Afrika glaubte an Gott und liebte ihn mit brennendem Herzen.
Jemand wollte sich über ihn lustig machen und fragte:

"Woher weißt du, dass es einen Gott gibt?
Du kannst ihn doch gar nicht sehen - wie bist du so töricht!!!"

Der Alte antwortete, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen:

"Woher weiß ich, ob ein Mensch, ein Hund oder ein Esel nachts um meine Hütte gegangen sind?
An den Spuren sehe ich es.
Auch in meinem Leben sind Spuren eingedrückt, Spuren Gottes"



Wenn Afrikaner über ihren Glauben erzählen braucht es Zeit. Da ist oft die Rede von vierstündigen Gottesdiensten, von vielfältigen Berichten, wie sie Gott erfahren haben, von Gesang bis zum Abwinken, von Tanz und Feier, die das Herz zutiefst mit Freude erfüllt und schier überlaufen lässt.

Gott wird sinnlich erlebt, in allen möglichen Kleinigkeiten im Alltag.
Dadurch entsteht tief verwurzelte Freude und Zufriedenheit, die auch durchträgt, wenn es mal wieder hart auf hart kommt im Überlebenskampf.

Keine Spur vom abstrakten, verkopften Glauben, wie er bei uns in Nord-Europa so verbreitet ist.


Fragen eines afrikanischen Mädchens


Ein afrikanisches Mädchen sah einen Ausländer, der gerade einen Großeinkauf gemacht hatte und in einem Auto davonfuhr.

Es war dort selbstverständlich, das Wenige, das man hatte mit der Großfamilie und in der Gemeinde zu teilen, sie feierten trotz der Not Gottesdienste. Angesichts großen Hungers, wurde das Mädchen nachdenklich.
"Wo kommt dieser Mann her", fragte es
"aus Europa, wo es den Menschen gut geht", wurde ihm geantwortet.

Aber das Mädchen gab sich nicht zufrieden. Es bohrte weiter:
"Können wir den Mann nicht von Jesus erzählen und ihn bitten uns zu helfen".

Da schüttelten einige den Kopf:
"Du dummes Kind. Die Europäer aus den reichen Ländern haben uns das Evangelium und die Botschaft von Jesus gebracht".

Doch das Kind war hartnäckig - denn es konnte nicht verstehen - aber warum leben sie dann nicht danach, wir sind doch Brüder und Schwestern und wenn einer in Not ist geht das doch alle an.....
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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 21:04

Ein zwölfjähriger will getauft werden

Mit zwölf Jahren erklärte Norman:
"Jetzt will ich getauft werden."
Der Vater ist skeptisch. "Was willst du damit? Das ist doch nur eine große Fete, die viel Aufsehen macht." waren seine Worte.
Aber der Sohn beharrte darauf: "Ich bin Christ" sagte der Junge bestimmt und bewusst, "deswegen, will ich getauft werden."
Der Pfarrer kam zum Hausbesuch und besprach mit der Familie, wie die Taufe gestaltet werden sollte.
Und der Junge nannte seinen Taufspruch, den er sich selbst ausgesucht hatte:

"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er gleich stürbe." (Joh. 11, 25 - 26)

So war Norman auf eigenem Wege ein fröhlicher, engagierter Christ geworden. "Ich bin das Leben", sagt Jesus, und Norman schloss sich diesem Leben an.

Und dann verunglückte er tödlich.
In jenen dunklen Tagen geschah das, was man ein Osterwunder nennen kann. Der Tod des Jungen führte die Eltern zum Glauben an Jesus Christus. Beide Eltern haben erkannt:

Norman lebt, weil er bei demjenigen ist, dem er sein Leben anvertraut hat, bei Jesus, der sagt: "Ich bin die Auferstehung und das Leben."

(Siegfried Kettling)
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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Dienstag 16. Oktober 2012, 21:28

Ich bin entschieden, zu folgen Jesus

Dieses in viele Sprachen übersetzte Evangeliumslied stammt von dem indischen Evangelisten Sadhu Sundar Singh (1889-1929).

Voller Hass verbrannte Sadhu Sundar Singh am 18. Dezember 1904, mit 15 Jahren, demonstrativ eine Bibel.
Trotz eines langen Studiums der heiligen Bücher des Hinduismus, der Upanischaden und des Korans
suchte er immer noch vergeblich nach innerem Frieden.
Selbst stundenlange Meditationen nach besten Regeln der Yogatechnik stillten sein inneres Verlangen nicht.
Die verbrannten Bücher hatte er in einer Missionsschule bekommen, aber er fürchtete,
dieses Buch könnte ihn zur Religion des Abendlandes bekehren.

Am Abend der Bibelverbrennung beschloss er Selbstmord zu begehen,
wenn er in dieser Nacht nicht den Frieden fände, den er suchte. Er betete ohne Unterlass, doch niemand erhörte ihn.
Dann aber, es war schon gegen fünf Uhr in der Frühe, sah er in seinem Zimmer ein großes Licht und ein Angesicht,
das ihn voller Liebe anstrahlte. Er glaubte, einer heidnischen Gottheit gegenüberzustehen.
Darauf sagte diese Person:
"Wie lange willst du mich verfolgen? Ich bin für dich gestorben und habe für dich mein Leben gegeben."

Für Sandu Sundar Singh stand fest, dass er Jesus begegnet war.
Dieser Mann von Nazareth war für ihn nicht mehr ein Toter, sondern er lebte.
Er kniete nieder und betete ihn an.
Im Nu war sein Innerstes erfüllt; wie ein göttlicher Strom durchdrang ihn die Liebe Gottes.

Bald eröffnete er seinem Vater: "Ich bin Christ." Der Vater war entsetzt.
Er versuchte, ihn umzustimmen. Ein sehr reicher Onkel zeigte ihm seine Schatzkammern und versprach,
ihm alles zu schenken, wenn er zur väterlichen Religion der Sikhs zurückkehre. Sundar blieb standhaft.

Daraufhin wurde er von seiner Familie verstoßen.
Der letzten Mahlzeit, die er zu Hause bekam, mischte man Gift bei.
Voller Schmerzen schleppte sich der Vergiftete zu einer christlichen Siedlung und brach dort mit heftigen
Blutungen zusammen. Der Arzt gab ihn auf. Sundar aber wusste, dass er noch nicht sterben musste.
Gott hatte ihn zum Zeugen Jesu Christi berufen. Er betete und viele Christen mit ihm.
Am anderen Morgen kam die große Wende, er wurde gesund und ließ sich daraufhin taufen.

Kurz danach entschloss er sich, in dem gelben Gewand des indischen Asketen als Sadhu
das Evangelium zu verkündigen. Zuerst tat er dies an seinem Heimatort und in der näheren Umgebung.
Bald darauf aber zog er durch den Norden des Subkontinents, überschritt die Grenze nach Afghanistan
und Kaschmir und arbeitete einige Jahre mit einem anderen christlichen Lehrer zusammen.

Als 19 jähriger zog er nach Tibet. Im Hochland des Himalaja-Gebirges, dort wo buddhistische Priester
bisher jegliche Evangeliumsverkündigung unmöglich gemacht haben, bezeugte er den Namen Jesu Christi.
Ein Lama nahm ihn freundlich auf, ein anderer verurteilte ihn zu Tode und warf ihn in einen leeren Brunnen,
dessen Deckel er abschloss. Mehrere Leichen lagen in der Tiefe des Brunnens.
In jener furchtbaren Gruft musste er drei Tage zubringen. Doch Gott schenkte Sundar Frieden.
Er betete zu Gott und der erhörte ihn. In der dritten Nacht wurde der Deckel geöffnet und jemand half ihm heraus.
Wer es war, konnte er nicht sagen. Der einzige Schlüssel gehörte dem Lama – und dieser war es nicht.
Als der Lama Sundar am nächsten Tag sah, erschrak er und befahl ihm, die Stadt sofort zu verlassen.

In den darauf folgenden Jahren studierte Sundar Theologie und wurde bald darauf zum Diakon
der anglikanischen Kirche ordiniert. Er gab dieses Amt bald auf, um als freier Evangelist durch die Lande zu ziehen .
Er war ein einsamer Mystiker, dessen Zeugnis auch über die Grenzen Indiens hinaus bekannt wurde.
Mit 33 Jahren besuchte er Palästina, danach die Schweiz, Deutschland und Schweden.
Tief enttäuscht kam er von Europa zurück. Er hatte hier eine Christenheit angetroffen, die anders war als er
sie sich vorgestellt hatte. Er sagte: "Ich entdeckte eine schlimmere Art von Heidentum als bei uns.
Die Menschen beten sich selbst an. Sie lesen nicht die Bibel und beten nicht.
Materialismus und Intellektualismus haben die Herzen hart gemacht."

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg unternahm er nochmals eine Reise nach Tibet, von der er nicht mehr zurückkehrte.
Ob er dort als Märtyrer starb oder einsam in einer Höhle des Himalaja bis zu seinem Tode lebte, weiß niemand.

Wenn Sandu Sundar Singh in seinem Lied zu einer konsequenten Nachfolge auffordert, so hat er es selbst gelebt.

Ich bin entschieden zu folgen Jesus,
ich bin entschieden zu folgen Jesus,
ich bin entschieden zu folgen Jesus.
Niemals zurück, niemals zurück.

Ob niemand mit mir geht, doch will ich folgen,
ob niemand mit mir geht, doch will ich folgen,
ob niemand mit mir geht, doch will ich folgen.
Niemals zurück, niemals zurück.

Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir,
die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir,
die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir.
Niemals zurück, niemals zurück.

(Wolfgang Heiner: Bekannte Lieder - wie sie entstanden)

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Re: Fremdimpulse

Ungelesener Beitragvon ShalomGemeinde » Mittwoch 17. Oktober 2012, 10:00

Vergebung - Ein Zeugnis von Corrie ten Boom
In einer Kirche sah ich ihn.
Den kahlköpfigen schweren Mann in grauen Mantel, einen zerdrückten, brauen Filzhut in den unruhigen Händen.
Die Leute drängten aus dem Kellerraum, in dem ich gerade gesprochen hatte.
Ich hatte über das Thema Vergebung zu den Menschen gesprochen.
Häufig benutzte ich Bilder um bestimmte Wahrheiten besser zu erklären.
Ich hatte den Leuten gesagt, Sündenvergebung bedeute, dass die Sünde ins Meer geworfen würde,
und zwar dort wo es am tiefsten sei. "Wenn wir unsre Sünden bekennen" sagte ich,
"dann wirft sie Gott in die Tiefe des Meeres und zwar endgültig.
Und wenn ich auch in der Bibel keinen Anhaltspunkt dafür finde, glaube ich doch, dass Gott eine Boje hinsetzt,
auf der steht,: "Fischen verboten". Kein Lächeln antwortete mir.
Ich blickte nur in ernste Gesichter. 1947 wurde in Deutschland nie nach einer Predigt eine Frage gestellt.
Still standen die Leute auf, still hüllten sie sich in Mäntel und verließen den Raum.

Dann sah ich ihn, wie er sich gegen den Strom der anderen durcharbeitete.
Man sah den Mantel und den braunen Hut - im nächsten Augenblick mir eine blaue Uniform
und ein Käppi mit Totenkopf und den gekreuzten Knochen. Diesen Mann kannte ich.
Da stand ich wieder in dem großen Raum mit demschmerzend hellen Licht.
Die Scham, nackt an diesem Mann vorbeigehen zu müssen.
Ich sah die gebrechliche Gestalt meine Schwester vor mir, die Rippen zeichneten sich scharf ab;
die Haut wie Pergament. Betsie, wie bist du so dünn geworden.
Das war Ravensbrück, und der Mann war einer der grausamsten Wärter dort im Lager gewesen.

Nun stand er vor mir mit ausgestreckter Hand. "Eine gute Botschaft, Fräulein!" sagte er.
"Wie gut ist es doch, dass wie sie sagen, alle unsere Sünden auf dem Grund des Meeres liegen!"
Ich konnte ihn nicht anschauen. Er würde sich an mich nicht mehr erinnern können, natürlich nicht.
Aber ich erinnerte mich an ihn und an die Lederpeitsche, die in seinem Gürtel steckte.
Ich stand vor meinem Peiniger. Mein Blut erfror.

"Sie erwähnten Ravensbrück in ihrer Predigt", sagte er. "Ich war Wärter dort. Aber das ist vorbei", fuhr er fort.
"Ich bin Christ geworden. Ich weiß, dass Gott mir alle Grausamkeiten, die ich dort getan habe, vergeben hat.
Aber ich möchte es auch noch aus Ihrem Mund hören. Fräulein" – wieder streckte er mir seine Hand entgegen -
"können sie mir vergeben?"

Da stand ich nun - ich, der Sünden immer wieder vergeben wurden - und konnte es nicht!
Betsie war dort gestorben - konnte es ihren langsamen, schrecklichen Tod ausradieren, einfach mit dieser Bitte?

Es können nur ein paar Sekunden gewesen sein, dass er dastand mit seiner ausgestreckten Hand,
aber für mich waren es Stunden, denn ich musste mit der schwierigsten Sache fertig werden,
mit der ich es je zu tun hatte. Ich wusste das. Die Botschaft der Vergebung hat eine entscheidende Voraussetzung:
Dass wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.
"Wenn ihr den Menschen ihre Übertretungen nicht vergebt" sagst Jesus, "wird auch der Vater im Himmel
euch eure Übertretungen nicht vergeben."

Ich kannte diese Worte nicht nur als Gebot Gottes, sondern auch als eine tagtägliche Erfahrung.
Seit Kriegsende betrieb ich in Holland ein Heim für Opfer der Nazibrutalität.
Diejenigen, die ihren früheren Feinden vergeben konnten, waren auch in der Lage,
in die Welt außerhalb des Heimes zurückzukehren und ihr Leben wieder aufzubauen,
egal, welche körperlichen Narben sie trugen.
Diejenigen, die ihrer Bitterkeit Raum gaben, blieben Invaliden.
Es war so einfach und doch so erschreckend.
Und da stand ich da mit meinem kalten Herzen. Aber Vergebung ist ein Akt des Willens,
und der Wille kann ohne Rücksicht auf die Temperatur des Herzens handeln.

"Jesus hilf mir", betete ich leise. "Ich kann meine Hand heben. Soviel kann ich tun.
Das Gefühl musst du dazu geben."

Und so legte ich mit einer hölzernen mechanischen Handbewegung meine Hand in die Hand,
die sich mit entgegenstreckte. Und als ich es tat, geschah etwas Unglaubliches.
Der Strom begann in meiner Schulter, eilte meinen Arm entlang und sprang über in unsere beiden Hände.
Und dann schien diese heilende Wärme mein ganzes Sein zu durchfluten,
bis mir Tränen in den Augen standen.

"Ich vergebe dir Bruder!", sagte ich weinend. "Von ganzem Herzen!"

Ein langer Augenblick folgte, in dem wir beide die Hand des anderen umschlossen, der frühere Wärter
und die frühere Gefangene. Ich hatte Gottes Liebe noch nie so intensiv erlebt wie damals.

(aus: Corrie ten Boom / "Mit Gott durch dick und dünn")
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